Auszug aus Artikel der Neuen Westfälischen Zeitung Bielefeld vom 13.05.2005         

Der Künstler als Brückenbauer

Der Bielefelder Maler Harald Schuppe stellt seine Bilder in Bosnien aus

Bielefeld (nw). Der Bielefelder Maler Harald Schuppe schickt seine Bilder gern auf Reisen. In Russland waren sie schon, in Nicaragua und Nordirland auch. Jetzt werden sie in einer Ausstellung in Zenica in Bosnien-Herzegowina zu sehen sein.

Das bedeutet für Schuppe nicht nur Kunsttourismus, und es hat auch wenig mit Karriere zu tun, sind die von ihm gewählten internationalen Ausstellungsorte doch nicht gerade Hochburgen des Kunstmarkts. Aber er weiß, dass in vielen Teilen der Welt die Menschen auch nach Kulturkontakten hungern, und jedes Zeichen gerade auch aus einem Land wie unserem, wo noch vermeintliche Kultur in Wohlstand und Sicherheit herrscht, ist für die dortigen Kunstinteressierten und die Künstler immer willkommen.

So sieht er die Kunst als Brückenbauer und als Weltsprache, die die Menschen einander näher bringt, ein Anliegen übrigens, das auch in seinen farbintensiven, plastisch eindringlichen Acrylbildern zum Ausdruck kommt. In surrealistischen und fantastischen Kreationen stellt er Gegensätze wie Natur und Technik, Organisches und Anorganisches sowie strukturelle Gewalt und Harmonie in einen Kontext, in dem auch den abgestorbenen Dingen Leben eingehaucht werden soll.

Der Kontakt nach Bosnien entstand durch eine 1997 von ihm wesentlich mitbegründete Schulpartnerschaft der Herforder Gesamtschule Friedenstal und der Skola Mak Dizdar in Zenica, der fünftgrößten Stadt des Landes. 

Muhammed Bajramovic war Kunstlehrer und ist ein bedeutender bosnischer Künstler und Leiter des städtischen Museums. Harald Schuppe hat schon seit vielen Jahren Kontakt zu ihm, und so entstand der Gedanke, einer Ausstellung, die nun vom 26. Mai bis 8. Juni dort stattfinden wird.

Für die Menschen in dem noch vor einigen Jahren viel beachteten, heute bei uns fast vergessenen Land sind kulturelle Beziehungen nach Mitteleuropa von großer Bedeutung. "Nicht zuletzt ist Bosnien auch eins der wenigen muslimischen Länder in Europa", gibt Harald Schuppe zu bedenken.